Nierenerkrankungen kurz erklärt
Nierenschmerzen treten oft im Bereich des Rückens, in den Flanken oder im Unterbauch auf. Veränderungen im Urin können auf verschiedene Nierenerkrankungen hindeuten. Zu hoher Blutdruck, Diabetes oder die häufige Einnahme von Schmerz- und bestimmten Arzneimitteln sind Risikofaktoren für Nierenerkrankungen.
Von chronischer Niereninsuffizienz spricht man, wenn mehr als drei Monate ein Nierenschaden mit oder ohne Funktionseinschränkung vorliegt. Dann ist eine Nierenersatztherapie notwendig. Die Diagnose von Nierenerkrankungen erfolgt über verschiedene Werte im Blut und Urin.

Welche Nierenerkrankungen gibt es?
Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Niere. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Nierenerkrankungen. Beispielsweise finden bei einer Glomerulonephritis autoimmune Entzündungsprozesse statt, die die Nierenfilterchen (Glomerula) betreffen.
Bei einer vaskulären Nephropathie verändert sich der Blutfluss in den Nieren, wodurch es zu Schäden kommt. Weiterhin gibt es bakterielle sowie nicht-bakterielle Entzündungen im Nierengewebe, Zysten als Verursacher von Degeneration sowie Systemerkrankungen wie die Bindegewebserkrankung systemischer Lupus erythematodes.
Nierenerkrankung vs. Niereninsuffizienz vs. Nierenversagen
Nierenerkrankung (Nephropathie)
- Der Überbegriff für alle Krankheiten der Niere.
Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
- Die eingeschränkte Funktion der Niere. Es gibt 4 verschiedene Stadien der Nierenschwäche:
- Stadium G1: Die Nieren arbeiten noch fast normal, es können aber bereits erste Schäden vorliegen, zum Beispiel Eiweiß im Urin.
- Stadium G2: Die Nierenfunktion ist leicht eingeschränkt. Von einer Nierenerkrankung spricht man hier nur, wenn zusätzlich auffällige Befunde vorliegen.
- Stadium G3a/G3b: Die Nierenfunktion ist mäßig eingeschränkt und das Risiko für gesundheitliche Komplikationen nimmt zu.
- Stadium G4: Die Nierenfunktion ist stark eingeschränkt. In diesem Stadium wird häufig schon eine mögliche Nierenersatztherapie wie zum Beispiel eine Dialyse geplant.
- (Stadium G5: Die Nieren arbeiten kaum noch. Man spricht von terminaler Niereninsuffizienz oder chronischem Nierenversagen.)
Nierenversagen
- Das Endstadium (Stadium 5), bei dem die Nierenfunktion fast vollständig ausfällt und eine Dialyse nötig wird.
Symptome von Nierenerkrankungen
Nierenerkrankungen verlaufen in den ersten Phasen häufig ohne spürbare Schmerzen oder eindeutige Beschwerden, wodurch eine nachlassende Nierenfunktion oft über längere Zeit unbemerkt bleibt. Treten schließlich erste Anzeichen auf, sind diese zunächst meist unspezifisch und verändern sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung. Um mögliche Warnsignale besser einordnen zu können, empfiehlt es sich, die Symptome nach den verschiedenen Stadien der Funktionseinschränkung zu betrachten. Die folgende Übersicht zeigt auf, welche körperlichen Veränderungen in den jeweiligen Phasen auftreten können:
Frühsymptome
- Müdigkeit und allgemeine Erschöpfung
- Leistungsschwäche im Alltag oder beim Sport
- Konzentrationsstörungen
- Leicht erhöhter Blutdruck, oft ohne erkennbare Ursache
Symptome im fortgeschrittenen Stadium
- Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem an Beinen, Knöcheln oder im Gesicht
- Schaumiger oder blutiger Urin
- Veränderte Urinmenge, z. B. häufiges Wasserlassen in der Nacht
Spätsymptome (Nierenversagen)
- Juckreiz der Haut
- Übelkeit und Erbrechen
- Atemnot durch Wasseransammlung in der Lunge
- Metallischer Geschmack im Mund
Nierenschmerzen oder Rückenschmerzen?
Nierenschmerzen:
Einige Nierenerkrankungen bleiben oft vorerst unentdeckt, da sie sich nicht in eindeutigen Symptomen äußern. Nierenschmerzen können aber auf verschiedene Nierenerkrankungen hinweisen. Oft werden sie zuerst mit Rückenschmerzen verwechselt, da sie im Bereich des unteren Rückens auftreten.
Schmerzen können sich auch im Flankenbereich sowie im Unterbauch äußern. Ursachen können zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung, eine Nierenentzündung, Nierensteine, ein Nierentumor oder eine Glomerulonephritis sein. Gehen Sie bei Nierenschmerzen auf jeden Fall zum Arzt. Dieser kann über einen Blut- oder Urintest die Ursache der Schmerzen feststellen. Unbehandelte Nierenerkrankungen können bleibende Schäden hinterlassen.
Rückenschmerzen:
Rückenschmerzen entstehen dagegen häufig durch Verspannungen der Muskulatur, Fehlhaltungen oder Probleme der Wirbelsäule. Sie verändern sich oft bei Bewegung oder Lagewechsel und sind in vielen Fällen nicht mit einer Nierenerkrankung verbunden.
Was passiert bei einem Nierenstau?
Ein Nierenstau ist keine eigenständige Nierenerkrankung, sondern vielmehr ein Symptom verschiedener Ursachen, wie zum Beispiel Harnsteine oder Tumore. Bei einem Nierenstau kann der Urin nicht mehr ausgeschieden werden, wodurch es zu starken Schmerzen kommen kann. Lassen Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt untersuchen und klären Sie die zugrunde liegende Ursache ab.
Risikogruppen: Welche Personen sind besonders anfällig für Nierenerkrankungen?
(Blut-)Druck lass nach!
Nieren und Bluthochdruck hängen eng zusammen. Zu den häufigsten Ursachen von Nierenerkrankungen bzw. -versagen zählt zu hoher Blutdruck. Wird unser Blut mit zu viel Druck durch den Körper gepumpt, belastet dies nicht nur unsere Gefäße, sondern auch das Herz und alle weiteren Organe.
Hoher Blutdruck kann also sowohl Auslöser von Nierenerkrankungen sein, bereits geschädigten Nieren aber auch wiederum zusätzlich zu schaffen machen, weil durch den hohen Blutdruck unter anderem das empfindliche Filtersystem zerstört werden kann. Zusammenfassend kann eine Nierenerkrankung sowohl Ursache als auch Folge eines Bluthochdrucks sein. Eine Nierenschädigung, verursacht durch einen dauerhaften Bluthochdruck, nennt man hypertensive Nephropathie.
Nierenversagen bei Diabetes
Chronisches Nierenversagen kann eine Langzeitfolge eines Diabetes sein. Etwa 40–50 % der Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes entwickeln im Laufe der Erkrankung eine sogenannte diabetische Nephropathie.² Meist tritt das Nierenversagen etwa 10–15 Jahre nach Beginn der Erkrankung auf.
Risikofaktoren
Regelmäßig eingenommene Medikamente können die Nieren belasten. Dies gilt insbesondere für bestimmte Schmerzmittel, die bei langfristiger oder hoch dosierter Anwendung die Nierenfunktion beeinträchtigen können. Weitere Ursachen von Nierenerkrankungen sind unter anderem Diabetes mellitus, Bluthochdruck, angeborene oder erbliche Nierenerkrankungen sowie Schädigungen infolge von Unfällen oder schweren Erkrankungen.
Wie wird eine Nierenerkrankung diagnostiziert?
Zur Diagnose einer Nierenerkrankung werden Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt. Dabei wird unter anderem die Albuminausscheidung im Urin bestimmt, die auf eine Schädigung der Nieren hinweisen kann. Im Blut wird häufig der Kreatininwert gemessen. Aus diesem Wert kann die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) berechnet werden. Sie gibt Auskunft darüber, wie gut die Nieren das Blut filtern.
Folgen einer Niereninsuffizienz
So viele Aufgaben unsere Nieren auch übernehmen, eines können sie nur sehr begrenzt: sich selbst reparieren. Gehen einmal Nierenfilter (Nephrone) dauerhaft zugrunde, lässt sich dieser Verlust im Rahmen einer chronischen Nierenerkrankung nicht mehr rückgängig machen.
Eine anhaltende Funktionseinschränkung der Niere kann verheerende Auswirkungen haben: Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, sammeln sich Schadstoffe im Körper an, weil sie nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden können.
Anders ist es bei einem akuten Nierenschaden: Hier kann sich die Nierenfunktion – je nach Ursache und Verlauf – teilweise oder sogar vollständig wieder erholen.
Nierenersatztherapie Dialyse
Wenn Ihr Arzt Ihnen zur Dialyse rät, heißt das, dass Ihre Nieren ihre Funktionen nicht mehr erfüllen können. Die Dialyse unterstützt die Nieren bei der Entgiftung des Körpers. Lesen Sie auf den folgenden Seiten, welche Verfahren es gibt, und besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Häufige Fragen: Was Sie über Nierenerkrankungen wissen müssen
Nieren und Dialyse leicht verständlich erklärt:

Hier erfahren Sie mehr über das Wunderwerk Niere und ihre zahlreichen Fähigkeiten - viele davon werden Sie überraschen!


Wenn die Nieren ihre Funktionen nicht mehr erfüllen können, ist eine Dialyse nötig. Diese dient als Ersatzverfahren für die Nierentätigkeit und sorgt dafür, dass der Körper von schädlichen Giftstoffen befreit wird.







