Mögliche Nebenwirkungen einer Dialyse

Die Dialyse sorgt in erster Linie dafür, dass es den Patienten wieder besser geht und eine künstliche Niere die ausgefallene Nierenfunktion übernimmt. Dennoch bedeutet sie auch eine zusätzliche Beanspruchung für den Körper. Einige Patienten fühlen sich nach der Dialyse schlapp und müde. Hören Sie auf Ihren Körper und die Zeichen, die er Ihnen gibt, und planen Sie genug Ruhe und Erholung ein.

Welche Komplikationen können während und nach der Dialyse auftreten?

Bei der Dialyse kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Blutdruckabfall

Ein Blutdruckabfall zählt zu den häufigsten Komplikationen während einer Dialysebehandlung und kommt bei über 50% der Patienten einmal vor. Ein Blutdruckabfall muss akut behandelt werden. Der Blutdruck wird während der Dialyse überwacht und kontrolliert, um mögliche Veränderungen so schnell wie möglich wahrnehmen zu können.

Muskelkrämpfe

Muskelkrämpfe während der Dialyse treten in 20-30% der Fälle auf. Diese kann man beispielsweise durch eine Massage des Muskels lindern. Außerdem können ein Anheben des Blutdrucks und eventuell das Verabreichen einer Kochsalzlösung oder Glukose helfen.

Magen-Darm Beschwerden

Über Übelkeit und Erbrechen klagen 15% der Dialysepatienten. Häufig können diese Symptome gelindert werden, wenn während der Behandlung nicht zu viel gegessen wird.

Kopfschmerzen

Bei etwa 5% der Patienten kommt es zu Kopfschmerzen während der Dialyse. Diese können ein Zeichen von metabolischen Störungen, Medikamentennebenwirkungen oder aber auch Koffeinentzug sein.

Juckreiz

Bei den meisten Dialysepatienten tritt irgendwann einmal Juckreiz auf. In diesem Fall können harnstoffhaltige Salben und rückfettende Ölbäder nach der Dialyse oder Medikamente, die Ihnen der Hausarzt verschreiben kann, helfen.   

Weitere Nebenwirkungen

Bei einem kleinen Teil der Dialysepatienten treten außerdem Rückenschmerzen, Schmerzen im Brustbereich oder Fieber und Schüttelfrost auf. Die genannten Nebenwirkungen lassen sich jedoch mit Medikamenten in der Regel gut behandeln. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer Ärztin, wenn Nebenwirkungen auftreten.

Seltene Komplikationen

In sehr seltenen Fällen treten schwerwiegende Komplikationen wie eine
Sepsis (Blutvergiftung), ein Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder
verschiedene Herz- und Gefäßerkrankungen auf. Da Patienten bei der
Hämodialyse unter Beobachtung stehen, kommt es nur in seltenen Fällenzu diesen Komplikationen.

Infektionen

Das Befolgen von strengen Hygienevorschriften ist bei der Dialyse von
größter Wichtigkeit. Gelangen Bakterien in den Gefäßzugang, kann dies zueiner Infektion und Folgekomplikationen führen. Bei bakteriellen
Infektionen am Shunt erfolgt eine umgehende antibiotische Therapie.
Anzeichen für Entzündungen sollten sehr ernst genommen werden.

Dies ist auch der Grund, warum Dialysepatienten über verschiedene
Schutzimpfungen verfügen sollten. Außerdem sollten Dialysepatienten
spezielle Ernährungsregeln beachten, um Begleiterkrankungen oder
Folgekomplikationen wie Herzerkrankungen zu vermeiden.

Kreislaufprobleme während der Dialyse

Während der Dialyse wird Ihr Blut außerhalb des Körpers gereinigt und
anschließend wieder zurückgegeben. Dabei wird auch überschüssige
Flüssigkeit entfernt.

Trotz moderner Geräte kann es zu Kreislaufproblemen kommen, etwa zu niedrigem Blutdruck, Schwindel, Muskelkrämpfen oder selten zu kurzer Bewusstlosigkeit. Sehr selten treten stärkere Beschwerden wie
Kopfschmerzen, Übelkeit oder Krampfanfälle auf (Dialyse-Dysäquilibrium).

Um dies zu vermeiden, wird zu Beginn der Behandlung sehr vorsichtig
dialysiert und die Dialysedosis langsam gesteigert, damit sich Ihr Körperan die Therapie gewöhnen kann.

Begleiterkrankungen von Dialysepatienten

Begleiterkrankungen können einen wichtigen Einfluss auf Gesundheit, Lebensqualität und Prognose von Dialysepatienten haben. Besonders häufigbetreffen sie das Herz-Kreislauf-System, beispielsweise in Form von Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz. Auch Diabetes mellitus, Anämie,Knochenstoffwechselstörungen oder andere chronische Erkrankungen können die Behandlung beeinflussen. Einige dieser Erkrankungen erhöhen zudemdas Risiko für Kreislaufprobleme während der Dialyse.

Begleiterkrankungen können unabhängig von der Nierenerkrankung auftreten oder bereits bestehen, bevor die Dialyse notwendig wird. Gleichzeitig kanndie Niereninsuffizienz auch Auswirkungen auf andere Organsysteme haben, wodurch diese zusätzlich beeinträchtigt werden.

Besonders häufig betreffen Begleiterkrankungen das kardiovaskuläre System. Dialysepatienten leiden beispielsweise unter arterieller Hypertonie oderHerzinsuffizienz. Weiterhin kann die Blutbildung beeinträchtigt, Knochen geschädigt, der Säure-Basen-Haushalt sowie der Flüssigkeitshaushalt gestörtsein oder es können gastrointestinale, endokrinologische oder neuronale Störungen vorliegen.

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen bei Dialysepatienten. Auch während der Dialyse bleibt eine gute Blutzuckereinstellungwichtig. Diabetes kann unter anderem Herz und Blutgefäße, Nerven, Augen und die Wundheilung beeinflussen. Zudem stellt die Kombination aus Diabetes und Dialyse besondere Anforderungen an die Ernährung und die medizinische Betreuung.

Die Ernährungsregeln bei Dialyse sollten unbedingt eingehalten werden, um Begleiterkrankungen und Komplikationen zu vermeiden. Außerdem ist eswichtig, verschriebene Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Häufige Fragen zu Nebenwirkungen (FAQ)

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