Nierenerkrankungen

Symptome, Ursachen und Diagnose der häufigsten Nierenerkrankungen

Welche Nierenerkrankungen gibt es?

Die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit den Erkrankungen der Niere. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Nierenerkrankungen. Beispielsweise finden bei einer Glomerulonephritis autoimmune Entzündungsprozesse statt, die die Nierenfilterchen (Glomerula) betreffen. Bei einer vaskulären Nephropathie verändert sich der Blutfluss in den Nieren, wodurch es zu Schäden kommt. Weiterhin gibt es bakterielle sowie nicht bakterielle Entzündungen im Nierengewebe, Zysten als Verursacher von Degeneration sowie Systemerkrankungen wie die Bindegewebserkrankung systemischer Lupus Erythematodes.

Nierenwerte zu hoch – ist das schlimm?

Ihr Arzt bestimmt verschiedene Werte im Blut und Urin, um Aufschluss über die Nierenfunktion zu erhalten. Erhöhte oder zu niedrige Nierenwerte können unterschiedliche Ursachen haben und auf eine Nierenerkrankung hindeuten. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen und eine geeignete Therapie einleiten.

Nierenschmerzen – ab zum Arzt!

Einige Nierenerkrankungen bleiben oft vorerst unentdeckt, da sie sich nicht in eindeutigen Symptomen äußern. Nierenschmerzen können aber auf verschiedene Nierenerkrankungen hinweisen. Oft werden sie zuerst mit Rückenschmerzen verwechselt, da sie im Bereich des unteren Rückens auftreten. Schmerzen können sich auch im Flankenbereich sowie im Unterbauch äußern. Ursachen können zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung, eine Nierenentzündung, Nierensteine, ein Nierentumor oder eine Glomerulonephritis sein. Gehen Sie bei Nierenschmerzen auf jeden Fall zum Arzt. Dieser kann über einen Blut- oder Urintest die Ursache der Schmerzen feststellen. Unbehandelte Nierenerkrankungen können bleibende Schäden hinterlassen.

Was passiert bei einem Nierenstau?

Ein Nierenstau ist keine eigenständige Nierenerkrankung, sondern vielmehr ein Symptom verschiedener Ursachen, wie zum Beispiel Harnsteine oder Tumore. Bei einem Nierenstau kann der Urin nicht mehr ausgeschieden werden, wodurch es zu starken Schmerzen kommen kann. Lassen Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt untersuchen und klären Sie die unterliegende Ursache ab.

Nierenversagen – akut oder chronisch?

Verschiedene Erkrankungen können zur Einschränkung der Nierenfunktion führen. Doch wann spricht man von chronischem vs. akutem Nierenversagen? Eine Niereninsuffizienz kann oft über Jahre hinweg asymptomatisch verlaufen. Von chronischer Niereninsuffizienz spricht man, wenn mehr als drei Monate ein Nierenschaden mit oder ohne Funktionseinschränkung vorliegt. Mit akutem Nierenversagen ist die innerhalb von Stunden eintretende Verschlechterung der Nierenfunktion gemeint. Dabei kommt es zu Störungen des Flüssigkeits-, Elektrolyt- sowie Säure-Basen-Haushaltes und auch harnpflichtige Substanzen werden nicht mehr ausgeschieden. In vielen Fällen führt das chronische Nierenversagen zur Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie, wie zum Beispiel der Dialyse.

Risikogruppen: Welche Personen sind besonders anfällig für Nierenerkrankungen?

(Blut-) Druck lass nach!

Nieren und Bluthochdruck hängen eng zusammen. Zu den häufigsten Ursachen von Nierenerkrankungen bzw. -versagen zählt zu hoher Blutdruck. Wird unser Blut mit zu viel Druck durch den Körper gepumpt, belastet dies nicht nur unsere Gefäße, sondern auch das Herz und alle weiteren Organe. Hoher Blutdruck kann also sowohl Auslöser von Nierenerkrankungen sein, bereits geschädigten Nieren aber auch wiederum zusätzlich zu schaffen machen, weil durch den hohen Blutdruck unter anderem das empfindliche Glomeruli System zerstört werden kann.1 Zusammenfassend kann eine Nierenerkrankung sowohl Ursache als auch Folge eines Bluthochdrucks sein. Eine Nierenschädigung verursacht durch einen dauerhaften Bluthochdruck nennt man vaskuläre Nephropathie.

Nierenversagen bei Diabetes

Chronisches Nierenversagen kann eine Langzeitfolge eines Diabetes sein. Etwa 40 – 50 % der Patienten mit Typ-1 oder Typ-2 Diabetes entwickeln im Laufe der Erkrankung eine sogenannte diabetische Nephropathie. 2 Meist tritt das Nierenversagen etwa 10 – 15 Jahre nach Beginn der Erkrankung auf.

Weitere Risikofaktoren

Menschen, die regelmäßig Schmerz- oder andere bestimmte Arzneimittel einnehmen, tragen ein höheres Risiko, an einer Funktionsstörung der Nieren zu erkranken. Schließlich haben die Nieren dann umso mehr Arbeit mit dem Ausscheiden diverser Giftstoffe. Auch eine Übersäuerung des Körpers – zum Beispiel durch unausgewogene Ernährung – kann ein Grund sein. Zudem gibt es angeborene und erblich bedingte Nierenerkrankungen oder solche, die durch einen Unfall oder eine schwere Verletzung verursacht werden.

Folgen einer Niereninsuffizienz

So viele Aufgaben unsere Nieren auch übernehmen, eines können sie nicht – sich selbst reparieren. Ist die Niere einmal geschädigt, kann sie nicht mehr regenerieren. Eine Funktionseinschränkung der Niere kann verheerende Auswirkungen haben: Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, sammeln sich Schadstoffe im Körper an, die nicht mehr abtransportiert werden können.

Die eingeschränkte Ausscheidungsfähigkeit kann beispielsweise zur Retention von Phosphat führen, wodurch eine massive Störung des Mineralhaushaltes die Folge ist. Außerdem kann es zur Einlagerung von Flüssigkeiten oder Stoffen kommen, die nicht mehr ausgeschieden wird. Mögliche Folgen sind:

  • Hypertonie: Nierenerkrankungen bilden die häufigste sekundäre Hypertonieursache (etwa 90%), eine Hypertonie tritt bei ungefähr 80% der Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz auf 3
  • Azidose: Eine Übersäuerung des Körpers
  • Hyperhydration: Eine Überwässerung des Körpers
  • Hyperkaliämie: Ein Überschuss von Kalium, was unter anderem zu Herzrhythmusstörungen führen kann 4
  • Hyperurikämie: Ein erhöhter Harnsäurespiegel, der zu Gicht führen kann
  • Anämie: Eine Verringerung der roten Blutkörperchen und Blutarmut

Für chronisch Erkrankte ist von besonderer Wichtigkeit, die Entwicklung der Erkrankung möglichst lange zu verzögern sowie rechtzeitig Prävention zu betreiben.

Symptome von Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen haben eine ganz entscheidende Tücke: Sie machen sich oft zunächst kaum bemerkbar. Unsere Nieren erfüllen Tag für Tag lebenswichtige Aufgaben in unserem Körper, schlagen aber nicht sofort Alarm, wenn es ihnen nicht gut geht. Schmerzen sowie eindeutige Symptome bleiben häufig aus. Oft beschränken sich Nierenerkrankungen nicht nur auf die Nieren selbst, sondern haben auch Auswirkungen auf andere Organe sowie den gesamten Körper. Daher fallen viele Funktionsstörungen erst im Zuge von routinemäßigen Untersuchungen auf. Warnzeichen sind jedoch Veränderungen des Urins. Bei einer stark erhöhten oder niedrigeren Urinmenge sowie Veränderungen in der Farbe oder Blut im Urin sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Auf einen Blick

Nierenschmerzen treten oft im Bereich des Rückens, in den Flanken oder dem Unterbauch auf. Veränderungen im Urin können auf verschiedene Nierenerkrankungen hindeuten. Zu hoher Blutdruck, Diabetes oder die häufige Einnahme von Schmerz- und bestimmten Arzneimitteln sind Risikofaktoren für Nierenerkrankungen. Von chronischer Niereninsuffizienz spricht man, wenn mehr als drei Monate ein Nierenschaden mit oder ohne Funktionseinschränkung vorliegt. Dann ist eine Nierenersatztherapie notwendig. Die Diagnose von Nierenerkrankungen erfolgt über verschiedene Werte im Blut und Urin.

Wie wird eine Nierenerkrankung diagnostiziert?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Nierenerkrankung zu erkennen. Dabei werden verschiedene Nierenwerte ermittelt. Die Diagnose erfolgt meist über einen Blut- oder Urintest. Häufig wird entweder die Konzentration eines Eiweiß, des Albumins, im Urin oder das Kreatinin im Blut untersucht. Außerdem bestimmt der Arzt die glomeruläre Filtrationsrate, anhand der sich bestimmen lässt, wie gut die Niere arbeitet.

 

 

 

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