Alkohol und Rauchen bei Dialysepatienten

Was Dialysepatienten beim Konsum von Genussmitteln beachten sollten

Ein Bier nach Feierabend oder ein Glas Wein ist für gesunde Menschen an sich kein Problem.

Aber Alkohol ist ein Zellgift und schadet dem Organismus mehr als man denkt. Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, wie oft Sie hier und da mal ein „Schlückchen“ trinken. Insbesondere Dialysepatienten sollten mit ihrem Alkoholkonsum sehr vorsichtig sein, denn Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit, wodurch wir mehr Durst entwickeln. Dialysepatienten dürfen jedoch nicht zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Beim Rauchen sind Ausnahmen Tabu – auf Zigaretten sollten Dialysepatienten ganz verzichten.

Was macht der Alkohol in meinem Körper?

 

Nachdem Sie Alkohol getrunken haben, dauert es meist nicht lange, bis er seine Wirkung zeigt. Über die Mund- und Magenschleimhaut gelangt der Alkohol in die Blutbahn, von wo aus er dann alle Organe erreichen kann. Innerhalb kürzester Zeit ist er im Gehirn angekommen und beeinflusst dort die Kommunikation von Nervenzellen. Dadurch werden die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit beeinträchtigt und Veränderungenim Verhalten können auftreten. Außerdem kann übermäßiger Alkoholkonsum langfristig zu schweren Organschäden führen.

Langfristige Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum

  • Gehirn

    Gehirn: Übermäßiger Alkoholkonsum tötet Nervenzellen im Gehirn und führt langfristig zu Gedächtnisschäden, psychischen Erkrankungen und hirnorganischen Schäden.

  • Leber

    Leber: Die Leber ist für den Abbau des Alkohols zuständig. Dabei sammeln sich Fettsäuren in der Leber an und Zellschäden entstehen, wodurch es bei regelmäßigem Alkoholkonsum zu einer Fettleber und später zu Gelbsucht und anderen Leberschädigungen kommen kann.

  • Herz

    Herz: Auch das Herz leidet an übermäßigem Alkoholkonsum, denn Alkohol erhöht den Blutdruck und damit das Risiko eines Herzinfarkts.

  • Haut

    Haut: Haut und Blutgefäße werden durch Alkoholkonsum geschädigt. Die Folge kann eine entzündliche Hauterkrankung sein.

  • Krebs

    Krebs: Personen, die regelmäßig viel Alkohol konsumieren, haben außerdem ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken.

  • Niere

    Niere: Dehydrierung, ein Mangel an Mineralstoffen und Vitaminen sowie Hormonmangel sind Folgen einer durch Alkohol zu stark belasteten Niere.

Wie gefährlich ist Alkohol für die Nieren?

Die Niere muss bei Alkoholkonsum viel leisten, denn sie befreit das Blut von Giftstoffen. Alkohol steigert die Ausscheidung von Urin – sicher kennen Sie das nach dem Biergenuss. Dies kann zur Dehydrierung des Körpers führen. Dabei kann die Niere nicht immer so gut mithalten und es werden zu viel Wasser und Mineralien und dafür zu wenig Giftstoffe ausgeschieden. Übermäßiger Alkoholkonsum über längere Zeit schadet den Nieren und kann im schlimmsten Fall zu chronischem Nierenversagen führen.

Darf ein Dialysepatient Bier trinken?

Ein Glas Wein oder ein Bier zu trinken ist grundsätzlich auch für Dialysepatienten möglich. Die Frage, wie viel Alkohol ein Dialysepatient trinken darf, lässt sich jedoch einfach beantworten: So wenig wie möglich. Halten Sie Ihren Alkoholkonsum so gering wie möglich und meiden Sie vor allem hochprozentigen Alkohol.

  • Denken Sie daran, dass auch ein Bier zu der begrenzten Menge an Flüssigkeit zählt, die Sie täglich zu sich nehmen dürfen!
  • Außerdem sollten Sie auf jeden Fall mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Sie einnehmen, beachten.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach Wechselwirkungen und besprechen Sie unbedingt auch, wie viel Alkohol erlaubt ist.

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Auf einen Blick

Übermäßiger Alkoholkonsum hat negative Gesundheitsfolgen und beeinträchtigt neben den Nieren auch andere Organe. Prinzipiell ist Alkohol bei Dialysepatienten nicht verboten. Sie sollten jedoch bedenken, dass auch Alkohol zu der beschränkten Trinkmenge dazuzählt und diese deshalb genau im Blick behalten. Halten Sie Ihren Alkoholkonsum so gering wie möglich. Auf das Rauchen sollten Dialysepatienten unbedingt verzichten, denn Nikotinkonsum ist ein Risikofaktor von Infarkten und Schlaganfällen und wirkt sich besonders ungünstig auf die Nierenfunktion aus.

Rauchen und Dialyse – Ein No Go

Während ein Tropfen Alkohol bei Dialysepatienten grundsätzlich erlaubt ist, sollte auf das Rauchen unbedingt verzichtet werden. Bei Dialysepatienten kann der Nikotinkonsum drastische Auswirkungen haben. Eine klassische Folge des Rauchens sind Gefäßverkalkungen, welche bis hin zu Infarkten und Schlaganfällen führen können. Dialysepatienten haben ohnehin ein erhöhtes Risiko von solchen Verkalkungen.

Klinische Untersuchungen zeigen, dass Rauchen besonders die Nierenfunktion beeinträchtigt. Danach führt Nikotin zu Blutdruckanstieg sowie zu einer verminderten Filterleistung unserer Nieren. 1 Als Dialysepatient sollten Sie also unbedingt auf das Rauchen verzichten!

Auch Patienten, bei denen bereits eine Nierenerkrankung vorliegt, aber noch keine Dialyse notwendig ist, sollten unbedingt die Zigaretten links liegen lassen. Denn Nikotinkonsum belastet die Niere und erhöht das Risiko für ein chronisches Nierenversagen.

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